Eine zusammenfassende Rezession aus dem Internet:
Manfred Luthers Denken artikuliert sich nicht in diskursiver Philosophie, sondern in einer transzendental reflektierten Bildsprache. Erkenntnis ist für ihn weder rein geistiger Akt noch metaphysische Setzung, sondern ein zirkulärer Prozess, der in der Materie gründet und zu ihr zurückkehrt. Damit positioniert er sich implizit gegen jede dualistische Trennung von Geist und Welt.
Der Erkenntnisdrang des Menschen vollzieht sich nach Luther in einer Bewegung von vorbegrifflicher Erfahrung (Mystik) über symbolische Verdichtung hin zur geistigen Grundsatzformulierung. Symbole fungieren dabei nicht als bloße Zeichen, sondern als konstitutive Medien des Denkens, in denen sich Erkenntnis überhaupt erst stabilisiert.
Die von Luther bevorzugte Kreisform ist Ausdruck eines nicht-linearen Erkenntnismodells: Anfang und Ende, Subjekt und Objekt, Denken und Sein fallen in einer geschlossenen Struktur zusammen. In dieser Form wird das cartesianische „Cogito ergo sum“ materialisiert und zugleich überschritten – Denken erscheint nicht als isolierter Akt des Subjekts, sondern als in der Welt verankerter Vollzug.